IOPS in Citrix Umgebungen – Die vergessene Welt!

IOPS (Input Output operations per Second) geben an, wie viele Ein- und Ausgabeoperationen eine Festplatte bzw. ein Storage-System pro Sekunde leisten kann.
Die Summe der Ausgabeoperationen (Read IOPS) und der Eingabeoperationen (Write IOPS) ergibt die Anzahl der insgesamt Leist baren Operationen (Total IOPS).

In Citrix Umgebungen sind IOPS beim Design von Storage-Systemen neben Latenz, Datendurchsatz, Bandbreite und Kapazität des Storages ein oft vernachlässigter, aber immens wichtiger Faktor.
Ein wesentlicher Teil der Performance des Storages und damit des darauf befindlichen Workloads (XenApp, XenDesktop, etc.) ist von der Anzahl der zur Verfügung stehenden IOPS abhängig.

 

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Eine handelsübliche SATA-Festplatte mit 7.200 min-1 liefert ca. 80-120 IOPS, während 15.000 min-1 FibreChannel-Festplatten ca. 350 IOPS liefern können. SSDs wiederum erzielen bis zu 100.000 IOPS sind aber eher im oberen Preissegment angesiedelt, allerdings wegen der hohen Leistung durchaus interessant.

Um ein Storage-System nun bzgl. IOPS zu dimensionieren muss zunächst eine Ermittlung des Bedarfs für den jeweiligen Workload erfolgen. In Citrix Umgebungen bietet hierfür z.B. des Citrix Virtual Desktop Handbook (S. 52) die nötigen Informationen.

Beispiel:
Eine unter XenServer 6.1 virtualisierte und mit PVS 6.1 provisionierte Windows 7 XenDesktop-Umgebung für 400 gleichzeitige Benutzer und einem durchschnittlichen Laufzeitverhalten würde ca. 10 IOPS pro User voraussetzen. Somit sind einzig für diese 400 XenDesktops ca. 4.000 IOPS notwendig.

Dies berücksichtigt nicht evtl. auf dem Storage noch zusätzlich abzubildende Lasten wie z.B. SQL/Oracle, Exchange, etc. Ebenso wenig sind hier die wesentlich höheren Lasten bei Logon/Logoff-Prozessen und Bootvorgängen berücksichtigt. Diese erhöhen die Zahl der benötigten IOPS entsprechen. Es handelt sich hierbei also lediglich um eine überschlägige Berechnung die zur Ermittlung eines Bereiches dienen kann. Um die Anzahl der benötigten IOPS genauer zu ermitteln, ist ein Pilotprojekt mit der Abbildung eines möglichst praxisnahen Userworkloads notwendig. Hierbei dann die entsprechende Anzahl mit z.B. IOMeter ermittelt und hochgerechnet werden. Ebenfalls sehr hilfreich ist das XenServer Virtual Machine Performance Utility.

Abhängig vom RAID-Level des jeweiligen Storages reduziert sich die Anzahl der vom Storage-System zur Verfügung gestellten IOPS. Vgl. auch hierzu Citrix Virtual Desktop Handbook (S. 52). Darüber hinaus muss die unterschiedliche Verteilung von Read- und Write IOPS, ermittelt aus einem Pilotprojekt, mit in die Berechnung einfließen.

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